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Imposant thront die Kathedrale von Lausanne mit ihren wuchtigen Türmen über der Altstadt der Waadtländer Kantonshauptstadt. Das dreischiffige Gotteshaus ist das meistbesuchte gotische Bauwerk der Schweiz, doch die Reformation hat an der im 13. Jahrhundert errichteten Kathedrale bleibende Spuren hinterlassen: Beim Aposteleingang an der Südseite sind den in Stein gemeisselten Figuren im Zuge der Reformation die Nasen abgeschlagen worden. Bis auf eine Rosette findet sich kein vorreformatorisches Fenster mehr in der Kathedrale. Den Kirchenschatz mit den wunderbaren Bildteppichen und wertvollen Bischofsgewändern beschlagnahmten die Berner. Im Gegenzug stellten sie eine massive Kanzel in die Kirche. Später fügte man im hinteren Teil ein Fenster ein, in dessen Mitte der Waadtländer Reformator Pierre Viret zu sehen ist. Die unübersehbaren Spuren Virets und der Berner machen deutlich: Sowohl die damaligen Herren in der Waadt als auch der Theologe Viret waren entscheidend daran beteiligt, dass die frühere Bischofsstadt zum reformierten Glauben wechselte.

Lausanne – einst Pilgerort

Am Anfang der Reformation in der Waadt standen politisch kriegerische Vorgänge, nicht theologische Überlegungen. Lausanne war im Mittelalter auch in religiöser Hinsicht ein strategisch wichtiger Ort, da eine der Hauptrouten des Jakobswegs durch die Stadt am Genfersee führte. Jahr für Jahr besuchten sie 70 000 Pilger. Um die Autonomie der Stadt abzusichern, schloss Lausanne 1525 einen Burgrechtsvertrag mit Bern und Freiburg. Bald schon mussten die Lausanner den Bernern zu Hilfe eilen, die das von den katholischen Savoyern umschlossene Genf verteidigten. Der Zufall wollte es, dass Pierre Viret bei Yverdon mit Offizieren aus Lausanne, die im Dienste der Berner standen, zusammentraf. Viret, der 1511 im waadtländischen Orbe geboren war, kam während seines Theologiestudiums in Paris mit Lutheranern zusammen und wandte sich von der katholischen Kirche ab. Wegen Verdacht auf Häresie musste er sein Studium abbrechen. Bald beauftragte Bern Pierre Viret, nach Genf zu gehen. Er war nicht lange dort, bis ihn unterwegs in Yverdon die Lausanner baten, er möge in ihre Stadt kommen. Viret willigte ein, nicht ahnend, wie viele innere und äussere Kämpfe ihm die folgenden 23 Lausanner Jahre bringen sollten...


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