Einmal ist er leibhaftig in die Rolle des Bündner Reformators Johannnes Comanders geschlüpft, der um 1527, unterstützt vom Rat, an der Churer Martinskirche die Reformation initiierte: Fritz Peer, inzwischen pensionierter Gemeindepfarrer, gab seinem Ideal eine Stimme, eingekleidet in einen schwarzen Talar wie damals, mit Pelzkragen. Die Kostüme mietete man am Theater St. Gallen. Zum 450. Todestag 2007 schrieb Peer zu Ehren Comanders das Festspiel «Soli Deo Gloria», das mit vielen Laien, Musik und Projektionen nur gerade einmal aufgeführt wurde. Eine bebilderte Broschüre zeugt noch davon. Das Studium der Biografie und die Lektüre der fünfzig bis sechzig erhaltenen Predigten Comanders, ein Gang ins Bündner Staatsarchiv, um die Manuskripte zu fotografieren, gehörte mit zur Vorbereitung. Mit weissen Handschuhen durfte Fritz Peer in den alten Folianten blättern. Nach seiner Schätzung hat Comander an die 1500 Predigten gehalten, alle fein säuberlich aufgeschrieben, bearbeitet, dann memoriert und frei vorgetragen.

Comanders Sohn Johannes, der in Thusis als Pfarrer wirkte, hütete einen Teil des väterlichen homiletischen Schatzes, doch fiel er dem Dorfbrand zum Opfer. Neben einzelnen Predigten und Briefen ist nur wenig greifbar von Hans Dorfmann, wie der gebürtige Maienfelder hiess. Die latinisierte Namensform verwendete er erst in der Alpenstadt. Er kam als Sohn armer Eltern um 1483/84 zur Welt, konnte aber nach der deutschen Schule in St. Gallen die Lateinschule besuchen, die einen guten Ruf hatte.

Comander – Freund Zwinglis  

Dann zog er nach Basel zum Studium der Freien Künste, die Basis waren für das anschliessende Theologiestudium. Auf die Basler Zeit geht Comanders Beziehung zu Zwingli zurück, dessen grausamer Tod 1531 ihn schockierte. Auch mit dem St. Galler Reformator Vadian war Comander herzlich befreundet, einige Briefe sind erhalten geblieben. Comander kam dann zuerst als Priester ins Entlebuch und wurde 1523 nach Chur berufen, wo er mehrmals verwitwete und dann wieder heiratete. Fast nichts Biografisches liest man in seinen Briefen, obwohl Comanders Ehefrauen und fast alle Kinder, eins ums andere, bis auf den Sohn Johannes, der Pest zum Opfer fielen. Die Seuche raffte in den zwanziger Jahren fast die Hälfte der Bevölkerung Churs hin. Comander war als Seelsorger unermüdlich unterwegs, sass an Krankenbetten, beerdigte, begleitete die Hinterbliebenen...


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