Marie wurde 1495 in Tournai, gelegen im französischsprachigen Teil des heutigen Belgiens, geboren. Sie stammte aus niedrigem Adel und entbrannte schon früh für das Wort Gottes. So war es nur eine logische Folge, dass sie schon früh in den zum Augustinerorden gehörenden Konvent von Prés-Porchins in Tournai eintrat. Dort erhielt sie eine theologische Ausbildung, wurde schließlich Äbtissin des Konvents und setzte sich für das Recht zu predigen auch für Frauen ein.

Für Marie Dentière ist die reformatorische Rede vom Priestertum aller Getauften nicht nur eine leere Floskel, sondern Kern der reformatorischen Botschaft. Und diesen Kern ruft Marie immer wieder in Erinnerung: «Haben wir zwei Evangelien, eins für die Männer und eins für die Frauen? (...) Weder wollen uns Verleumder und Feinde der Wahrheit allzu grosser Kühnheit und Vermessenheit bezichtigen, noch wird ein treuer Anhänger sagen, dass die Frauen äusserst unverfroren seien, wenn die eine der anderen etwas über die Heilige Schrift mitteilt.» Für Marie gibt es eine Frohe Botschaft, die allen gilt. Diese Frohe Botschaft knüpft an keine Voraussetzung an: Egal ob Mann oder Frau, ob adelig oder nicht, ob alt oder jung – Gottes Wort gilt allen, die bereit sind, ihre Herzen für das Evangelium zu öffnen. Im Jahr 1495 geboren und aus niedrigem Adel stammend, entbrennt sie schon früh für das Wort Gottes. Sie tritt in den Konvent von Prés- Porchins in Tournai ein, der zum Augustinerorden gehörte. Dort erhält sie eine theologische Ausbildung und wird schliesslich Äbtissin des Konvents. Doch sie sehnt sich nach einem

Ins Zentrum der Macht

Gott, der frei macht, der einen über Mauern, und seien es die ehrwürdigen Klostermauern, springen lässt. Unter dem Einfluss der Lehren Luthers spürt sie den Ruf dieser Freiheit und entflieht 1524 dem Kloster in Nordfrankreich. Wie die meisten Religionsflüchtlinge sucht sie Zuflucht in Strassburg, wo sie den ehemaligen Priester Simon Robert heiratet, der später Pfarrer von Bex wird. Nachdem die beiden einige Jahre in dieser Region unter der geistlichen Leitung von Guillaume Farel verbracht haben, stirbt ihr Mann im Jahr 1533. Als Witwe mit kleinen Kindern macht sie sich auf nach Genf.

Im Jahr 1535, dem Jahr der Reformation in Genf, vermählt sie sich mit Antoine Froment. Durch diese Heirat wird sie die Frau einer der Hauptakteure der reformatorischen Bewegung der Stadt. Dabei macht Marie unmissverständlich deutlich, dass sie als Frau die reformatorische Entwicklung mitgestalten will. Wortgewaltig nimmt sie teil an den Geschehnissen der Zeit, indem sie Predigten gegen das religiöse Zölibatsgebot hält und für eine aktive Rolle der Frauen in der neuen Kirche eintritt. 1536 erscheint anonym ihre historische Schrift, in der sie die Geschehnisse in Genf in der Zeit von 1504 bis 1536 aus reformatorischer Sicht darlegt. Leidenschaftlich und polemisch brandmarkt sie nicht nur die Katholiken, die nur einen eingeschränkten Gott haben, sondern auch die Protestanten, wenn sie nicht der Macht eines grossen Gottes mehr trauen als sich selbst. Mit dem Hinweis «Lest und urteilt erst dann» beginnt nicht nur ihre Chronik der Stadt Genf, sondern auch ihre theologische Schrift «Epistre très utile» aus dem Jahr 1539.

Hörprobe

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