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Der Schmalkadische Krieg von 1546 und 1547 prägte auch intensiv das Leben von Elisabeth von Rochlitz. Jedoch auf eine andere Art, als dies der Lutherin wiederfahren war. Ihr Lebenslauf ist einer der ungewöhnlichsten, den man sich in dieser Zeit denken kann: Als Frau mischt sie in der Reformationszeit im grossen politischen und religiösen Machtspiel mit und versucht mit diplomatischem Geschick, die religiösen Konflikte zu entschärfen.

Vielleicht ist es aus der Perspektive des 16. Jahrhunderts als Elisabeths Glück zu bezeichnen, dass sie bereits als Dreijährige mit Herzog Johann von Sachsen verheiratet wurde. Denn als Elisabeth und Johann einander versprochen wurden, ist ein Ehevertrag angefertigt worden. Dieser sicherte Elisabeth im Falle eines frühen Todes Johanns materiell ab. Das Dokument sah für sie die Herrschaft über das kleine Rochlitz vor, wodurch ihre Witwenversorgung gesichert war. Im katholischen Sachsen hatte sie aus eigenem Entschluss die Lehre Luthers angenommen und sie am Dresdner Hof gegen den Widerstand von Herzog Georg dem Bärtigen, ihrem Schwiegervater, verteidigt. Mit ihrer Hinwendung zur Reformation machte sich Elisabeth ihren Schwiegervater zum erbitterten Feind.

Bett statt Kirche

Als die vierzehnjährige Elisabeth 1517 nach vollzogener Vermählung in Dresden eintrifft, deutet noch nichts auf den späteren Konflikt hin. Doch Elisabeth meldet schon früh ihr Missfallen gegenüber den Hofsitten und den religiösen Pflichten, etwa dem täglichen Besuch der Frühmesse, an: Nach Elisabeths Meinung erkennt man einen guten Christen nicht am Besuch der Messe, sondern daran, dass er im Herzen gut ist und Gottes Gebote einhält. Und so entgegnet sie ihren Kritikern despektierlich, es sei besser, dass sie bei ihrem Mann im Bette, als dass sie in der Kirche schlafe. In Glaubensfragen fordert sie zum Widerspruch heraus: So ist es für sie keineswegs selbstverständlich, dass die Institution Kirche zwischen Gott und den Menschen zu vermitteln hat, sondern jeder Mensch steht nach ihrer Überzeugung unmittelbar und unvertretbar direkt vor Gott.

Als Elisabeth sich ab 1526 immer intensiver mit der lutherischen Lehre befasst, nimmt der Konflikt am Hof an Schärfe zu. Dabei steht sie Martin Luther keineswegs kritiklos gegenüber. Sie schreibt über ihn: «Ist er doch auch ein Mensch und nicht Gott. Wenn er über das Evangelium schreibt, lobe ich ihn, aber wo er schilt wie ein altes Weib, halte ich nichts von ihm.» Um Elisabeths Erziehung zu lenken, setzt Herzog Georg eine Hofmeisterin ein. Doch auch diese vermag nicht Einfluss auf Elisabeth zu nehmen und wird bald eine gefährliche Feindin, die nicht davor zurückschreckt, Elisabeth des Ehebruchs zu bezichtigen. Eine Anschuldigung, die im 16. Jahrhundert für eine Frau schnell das gesellschaftliche und finanzielle Abseits bedeutete. Doch Elisabeth wehrt sich gegen die Anschuldigung.

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