Die Reformation war eine reine Männersache? Bei Weitem nicht! Jeder getaufte Mensch ist Priester, Bischof und Papst. So interpretierte Martin Luther die Bibel. So umschrieb er das Priestertum aller Getauften. Und das umfasste natürlich auch die Frauen. Gleichzeitig hielten die Reformatoren nicht am Zölibat fest. Mit der Heirat werteten Sie aus ihrer Sicht das Christsein im Alltag, das sich auch im Beruf und in der Familie bewähren sollte, auf.

Und auch die Bildung war den Reformatoren ein Anliegen: Nicht nur Knaben und Männer – auch Mädchen und Frauen hatten ein Anrecht auf Bildung, die Letzteren vorher höchstens als Nonnen im Kloster zugutekam. Dies alles führte zu einer deutlich stärkeren Position der Frauen in der Gesellschaft. Und diese wussten dies zu nutzen: als Fürstinnen, Seelsorgerinnen, Liedermacherinnen oder Autorinnen – oder als Ehefrauen der Reformatoren. 

Hille Feicken

Sie träumte nicht von einem unerreichbaren Schlaraffenland. Nein, sie hoffte auf das Reich Gottes im Hier und Jetzt! Sie hoffte auf einen Gott, der sich Bahn bricht inmitten dieser gottfernen Welt. Einen Gott, dem all das geschehene Unrecht in dieser Welt nicht egal ist – kein Schwamm-drüber-Gott, sondern ein parteiischer Gott. Ein Gott, der sich auf die Seite derer stellt, die mit ihm das Reich Gottes im Hier und Jetzt errichten. Und Hille Feickens Hoffnung war gross! So gross, dass sich die junge Frau mit ihrem Mann vom friesischen Städtchen Sneek aufmachte, um ins gut zweihundert Kilometer entfernte Münster zu ziehen. Hille und ihr Mann wollten nicht irgendwohin, sondern einzig und allein in diese Stadt, die zum «Neuen Jerusalem» erklärt worden war. Die Stadt war für sie der Ort, an dem das Reich Gottes für sie Wirklichkeit werden sollte.

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Idelette de Bure

Keine persönliche Aufzeichnung, kein Brief, kein Schriftstück ist von ihr erhalten geblieben. Die Erinnerung lebt nur von den Aussagen und Aufzeichnungen anderer über sie. Dennoch wird hinter dem wenigen das Leben einer Frau greifbar, die tiefgläubig und unbeirrbar den Weg der Reformation mitgegangen ist.

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Katharina von Bora

Die Mutter von Katharina von Bora stirbt, als Katharina noch nicht einmal sechs Jahre alt ist. Als 1505 der Vater eine zweite Ehe eingeht, lebt Katharina schon im Kloster Brehna. Obwohl es der Legendenbildung zuzuschreiben ist, dass die böse Schwiegermutter sie ins Kloster schickte, so wächst sie dennoch ab ihrem sechsten Lebensjahr ohne Familie auf.

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Margarete Blarer

Auch Margarete entsprach nicht dem traditionellen Frauenbild des 16. Jahrhunderts. Als Kauffrau tätig, hätte sie sich nie vorstellen können, in einem Kloster zu leben. Und auch eine Heirat kam für sie nie in Frage. Überzeugt von den reformatorischen Ideen wurde sie zu einer wichtigen Persönlichkeit bei der Einführung der Reformation in Konstanz. Sie setzte sich für Arme, Kranke und Kinder ein, dennoch konnte sich ihre Lebensweise als Rollenmodell nicht durchsetzen.

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Marie Dentière

Marie wurde 1495 in Tournai, gelegen im französischsprachigen Teil des heutigen Belgiens, geboren. Sie stammte aus niedrigem Adel und entbrannte schon früh für das Wort Gottes. So war es nur eine logische Folge, dass sie schon früh in den zum Augustinerorden gehörenden Konvent von Prés-Porchins in Tournai eintrat. Dort erhielt sie eine theologische Ausbildung, wurde schließlich Äbtissin des Konvents und setzte sich für das Recht zu predigen auch für Frauen ein.

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Elisabeth von Rochlitz

Der Schmalkadische Krieg von 1546 und 1547 prägte auch intensiv das Leben von Elisabeth von Rochlitz. Jedoch auf eine andere Art, als dies der Lutherin wiederfahren war. Ihr Lebenslauf ist einer der ungewöhnlichsten, den man sich in dieser Zeit denken kann: Als Frau mischt sie in der Reformationszeit im grossen politischen und religiösen Machtspiel mit und versucht mit diplomatischem Geschick, die religiösen Konflikte zu entschärfen.

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